SSCs sind häufig einfach mangelhaft konzipiert

8 Tipps aus der Praxis zu Shared Service Center

| Autor / Redakteur: Jochen Witte / Ulrike Ostler

Deutschland-Achter 2014 siegte Sieg vor Russland und Großbritannien beim Weltcup auf dem Göttersee, Luzern.
Deutschland-Achter 2014 siegte Sieg vor Russland und Großbritannien beim Weltcup auf dem Göttersee, Luzern. (Bild: Detlev Seyb/http://www.deutschlandachter.de)

Shared Service Center (SSCs) bringen nicht die gewünschten Ergebnisse, erreichen oft ihre Ziele nicht. Und: Weil sich SSCs auf reine Kostensenkung konzentrieren, leidet die Qualität. Diese Vorurteile halten sich hartnäckig in den Köpfen von Unternehmensverantwortlichen, wie eine aktuelle Befragung von Microfin ergab. Dabei täten SSCs so mancher Firma gut.

Jeder zweite Befragte äußerte sich skeptisch gegenüber SSCs. Die Nutzung steckt deshalb speziell in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Dabei ist die und Bündelung von Dienstleistungsprozessen und Services eines Unternehmens in einer separierten Organisation in der Praxis deutlich besser als ihr Ruf. Wenn es zu Qualitäts- und Kostenproblemen kommt, liegt es in der Regel an einer mangelhaften Implementierung und nicht am Konzept SSC an sich.

Die Skepsis, so zeigt auch die Befragung, ist in der Praxis nämlich oft unbegründet. Vier von fünf Unternehmen, die bereits ein SSC betreiben, zeigen sich damit zufrieden bis sehr zufrieden, weil die Ziele hinsichtlich Qualitätssteigerung sowie Senkung von Kosten und Prozesslaufzeiten durchweg erreicht wurden.

SSCs taugen gut für alle Unternehmensgrößen

Das erstreckt sich quer durch alle Branchen und – überraschenderweise – auch quer durch die Unternehmensgrößen. Bisher galt die Annahme, dass in erster Linie Großkonzerne mit mehr als 3.500 Mitarbeitern von SSCs profitieren. Die Befragung zeigt aber, dass Shared Service Center auch in mittelständischen Unternehmen mit weniger als 2.000 Mitarbeitern erfolgreich betrieben werden können.

Dies lässt eine steigende Durchdringung der Wirtschaft mit SSCs erwarten. Dazu trägt auch bei, dass immer häufiger mehrere Geschäftsdiziplinen hierher verlagert werden. Neben den „Klassikern“ HR, Accounting, IT und Finance gehören dazu auch Backoffice Operations, Einkauf, Customer Service und Aufgaben im Facility Management.

Die Ziele hinter der Einführung eines SSC verändern sich damit nicht. Die Steigerung der Qualität, eine Verkürzung der Prozesslaufzeiten und die Senkung von Kosten stehen im Vordergrund.

Warum also setzen sich Shared Service Center in Deutschland nur so langsam durch?

Weil die Erfahrung damit bislang nur rudimentär vorhanden ist. Deshalb werden bei der Implementierung oft vermeidbare Fehler gemacht, die nachträglich dem SSC angelastet werden.

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