Überwachung, Replikation und Effizienz für VMs

11 Appliances für vSphere, die Admins kennen sollten

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

Software-Appliances können Administratoren dabei helfen, virtuelle Maschinen im Blick zu behalten.
Software-Appliances können Administratoren dabei helfen, virtuelle Maschinen im Blick zu behalten. (Buld: Ramona Heim/Fotolia.com)

Für „VMware vSphere“ gibt es zahlreiche Appliances, mit denen Administratoren viele Aufgabe als vorgefertigte virtuelle Maschine (VM) erledigen können. Fachbuchautor Thomas Joos stellt die wichtigsten vor.

Sehr viele Zusatzaufgaben für vSphere-Installationen, zum Beispiel für die Replikation und Datensicherung, lassen sich über Appliances erledigen. Aber auch Dritthersteller stellen solche VMs zur Verfügung.

vCenter-Appliance

Wollen Unternehmen keinen eigenen Windows-Server installieren, steht die vCenter-Verwaltungslösung auch als Appliances zur Verfügung. War diese in vSphere 5.5 noch recht eingeschränkt, bietet diese in „vCenter“ nahezu die gleichen Möglichkeiten, wie lokale Installation.

Die Installation und Einrichtung der Appliance erfolgt über einen Web-basierten Assistenten.
Die Installation und Einrichtung der Appliance erfolgt über einen Web-basierten Assistenten. (Bild: Thomas Joos)

Die Installation dieser Appliance unterscheidet sich von den vorhergehenden vSphere-Versionen. Die Installationsdateien werden jetzt als ISO-Datei zur Verfügung gestellt, nicht mehr als Appliance-Vorlagendatei (OVA). Die Appliance verfügt bereits standardmäßig über folgende Software:

  • Suse Linux Enterprise Server 11 Update 3 für VMware, 64-Bit-Edition
  • PostgreSQL
  • vCenter Server 6.0 und vCenter Server 6.0-Komponenten

Das Installationsprogramme für die Appliance ist in der ISO-Datei integriert. Dieses lässt sich aber nur auf Windows-Rechnern starten. Durch einen Doppelklick auf die die Datei vcsa-setup.html startet der Installationsassistent.

Die Einrichtung der vCenter-Appliance erfolgt über einen Assistenten.
Die Einrichtung der vCenter-Appliance erfolgt über einen Assistenten. (Bild: Thomas Joos)

Im Rahmen der Einrichtung werden alle notwendigen Einstellung der Appliance vorgenommen. Verwendet wird vCenter beim Einsatz der Appliance, wie die lokale Installation, also über den Web Client oder den vSphere-Client.

Xangati VI Suite - vSphere überwachen

Bei „Xangati VI Suite“ () handelt es sich um eine Überwachung-Produkt für virtuelle Umgebungen. Neben vSphere, können Unternehmen mit Xangati auch Hyper-V und Citrix XenServer überwachen lassen. Nachdem die Grundeinrichtung abgeschlossen ist, steht zur Verwendung der Appliance eine Web-Oberfläche zur Verfügung, die über die URL https:// erreicht wird.

Im Dashboard erhalten Administratoren einen schnellen Überblick zu ihrer Umgebung.
Im Dashboard erhalten Administratoren einen schnellen Überblick zu ihrer Umgebung. (Bild: Thomas Joos)

Die Anmeldung an der Web-Oberfläche erfolgt mit dem Benutzernamen „admin“ und dem Kennwort „admin“. Sobald Administratoren ihre vCenter-Server, Hosts und Datenspeicher angebunden haben, werden diese im Dashboard überwacht.

VMware vCenter Server Support Assistant 6.0

Mit dem VMware vCenter Server Support Assistant erhalten Unternehmen eine kostenlose Appliance mit der sie ihre Umgebung nach Alarmen und notwendige Aktualisierungen überprüfen können. Außerdem kann die Appliance dabei helfen Support-Anfragen an VMware zu verwalten.

VMware vCenter Server Support Assistant 6.0 bietet eine effiziente Überwachung und Verwaltung der Support-Anfragen.
VMware vCenter Server Support Assistant 6.0 bietet eine effiziente Überwachung und Verwaltung der Support-Anfragen. (Bild: Thomas Joos)

Auch die aktuell offenen Support-Anfragen sind hier zu sehen und Administratoren können neue Support-Anfragen stellen. Dazu kommt das automatische sammeln von Diagnose-Informationen aus der Umgebung. Die Einrichtung der Lösung dauert nur wenige Minuten, eine Verwaltung ist nicht notwendig.

Die Appliance bietet also vor allem dann Vorteile, wenn Unternehmen zahlreiche Hosts in einer verteilten Umgebung einsetzen. In kleineren und mittleren Netzwerken machte Appliance in den meisten Fällen keinen Sinn. Dass sie aber kostenlos zur Verfügung gestellt wird, können sich Administratoren in jedem Fall die Möglichkeiten ansehen.

SolarWinds Virtualization Manager - Monitoring für vSphere

Eine bekannte Überwachung-Lösung, die auch für Hyper-V zur Verfügung steht ist „Solarwinds Virtualization Manager“ (http://www.solarwinds.com). Die Überwachungssoftware wird als virtuelle Appliance in vSphere integriert.

Solarwinds Virtualization Manager bietet eine Web-Oberfläche zur Verwaltung der vSphere-Umgebung.
Solarwinds Virtualization Manager bietet eine Web-Oberfläche zur Verwaltung der vSphere-Umgebung. (Bild: Solarwinds)

Nachdem die Appliance im Netzwerk integriert ist, lässt sich über eine Web-Oberfläche verwalten. Bei der Einrichtung muss allerdings darauf geachtet werden, dass im zugewiesenen virtuellen Netzwerk ein IP-Pool angelegt wird. Aus diesem bezieht das Solarwinds-Produkt seine IP-Adresse und kann eine Verbindung mit den einzelnen Hosts aufbauen.

Splunk App for VMware - Überwachung für VMware

Vor allem in größeren vSphere-Umgebungen, bei denen auch zahlreiche Datenspeicher im Einsatz sind, kommen Administratoren kaum ein effizientes Monitoring-Tool herum, welches die Zusammenhänge in der vSphere Umgebung visualisiert, überwachen und bei eventuellen Problemen die Administratoren unterstützen kann.

Eine solche Appliance bietet „Splunk App for VMware“ . Die Umgebung sammelt alle relevanten Informationen der vSphere-Umgebung und der vCenter-Server und kann diese effizient visualisieren. Darüber hinaus stehen Hunderte Berichte zur Verfügung. Der Hersteller bietet dazu einige Hilfen auf seiner Webseite an sowie einen halbstündigen Webcast (siehe: Video)) der bei der Einrichtung hilft.

Splunk wird als virtuelle Appliance in vSphere eingebunden. Die Einrichtung ist nicht ganz einfach, wird vom Hersteller aber in einem Webcast erläutert.
Splunk wird als virtuelle Appliance in vSphere eingebunden. Die Einrichtung ist nicht ganz einfach, wird vom Hersteller aber in einem Webcast erläutert. (Bild: Splunk)

Atlantis USX - Software-Defined-Storage für vSphere

Beim Einsatz von vSphere spielt vor allem die Speicherung der VMs eine Rolle. Neben herkömmlichen Speichersystemen, bieten Dritthersteller Produkte an, mit denen Datenspeicher für vSphere effizienter zur Verfügung gestellt werden können. Ein solches Beispiel ist Atlantis mit seiner Lösung „Atlantis-USX“.

Atlantis-USX stellt virtualisierten Speicher für vSphere-Hosts zur Verfügung.
Atlantis-USX stellt virtualisierten Speicher für vSphere-Hosts zur Verfügung. (Bild: Thomas Joos)

Bei Atlantis-USX handelt es sich um eine Software-Defined-Storage-Lösung, die den Datenspeicher im Netzwerk virtualisiert, beschleunigt, und zentralisiert den vSphere-Hosts zur Verfügung stellt. Dabei spielt es keine Rolle um welches System es sich handelt.

Administratoren können im virtuellen Atlantis-USX-Speicher SAN, NAS, lokalen Festplattenspeicher sowie SSD zusammenfassen und zentral zur Verfügung stellen. Atlantis-USX ist auch in der Lage den lokalen Datenspeicher im Netzwerk, sowie die angeschlossenen Festplatten, SSD und Arbeitsspeicher zu einem gemeinsamen Datenträger zusammenzufassen.

VMware vRealize Operations Manager - Professionelle Überwachung von vSphere 6

Geht es um die professionelle Überwachung von vSphere-Umgebungen, setzen viele Unternehmen auf die VMware-Überwachungs-Software „vRealize Operations Manager“. Die Integration der Überwachungs-Lösung erfolgt über eine virtuelle Appliance.

vRealize Operations Manager wird über eine Web-Oberfläche eingerichtet.
vRealize Operations Manager wird über eine Web-Oberfläche eingerichtet. (Bild: VMware)

Neben einer Überwachung lassen sich mit Operations Manager auch zentral alle Objekte in der Umgebung verwalten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit Richtlinien festzulegen, über welche Fehler auch automatisiert behoben werden können. Neben der Konfiguration und dem aktuellen Betrieb, kann vRealize Operations Manager auch die Leistung und die Kapazität der Umgebung im Auge behalten.

vSphere Replication - VMs zwischen Datencenter replizieren

Mit „vSphere Replication“ besteht die Möglichkeit, über eine zentralisierte Lösung einzelne VMs zwischen verschiedenen Rechenzentren und auch zwischen verschiedenen vCenter-Servern zu replizieren. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn Unternehmen Ausfall-Standorte betreiben, oder unterschiedlichen Rechenzentren, in denen VMs repliziert werden sollen.

VMware bietet eine Appliance mit einem eigenen Replikationsdienst an, über den Unternehmen VMs zwischen verschiedenen Standorten und Rechenzentren replizieren können.
VMware bietet eine Appliance mit einem eigenen Replikationsdienst an, über den Unternehmen VMs zwischen verschiedenen Standorten und Rechenzentren replizieren können. (Bild: VMware)

Die Replikation wird über eine Appliance gesteuert, die in jedem vCenter-Server-Rechenzentrum installiert wird, dass in die Replikationsinfrastruktur eingebunden werden soll.

VMTurbo - vSphere und vCenter mit Linux-Appliances überwachen

Um VMware vSphere/ESXi zu überwachen, ist nicht immer teure Zusatzsoftware notwendig. Einfache Tools reichen dagegen oft auch nicht aus. Ein guter Mittelweg sind virtuelle Appliances, die in die virtuelle Infrastruktur eingebunden werden, um diese zu überwachen. „VMTurbo“ ist zum Beispiel eine solche Appliance.

Mit VMTurbo überwachen Administratoren VMware vSphere über eine Appliance.
Mit VMTurbo überwachen Administratoren VMware vSphere über eine Appliance. (Bild: Thomas Joos)

Der Hersteller bietet zusätzlich Appliances für die Überwachung von „Citrix Xen Server“ und „Red Hat Enterprise Virtualization“ (RHEV) an. Die Appliance basiert auf „Linux Suse Enterprise 11“. Für VMware laden Administratoren die Appliance als OVA-Datei herunter. Die Einbindung erfolgt zum Beispiel über den vSphere Client mit Datei\OVF-Vorlage bereitstellen.

Zabbix – Überwachung mit Live-CD, Appliance oder per Installation

Screenshot von der Zabbix-Seite
Screenshot von der Zabbix-Seite (Bild: Vogel IT-Medien GmbH)

Eine mächtige Alternative, mit weitaus mehr Möglichkeiten, aber auch mit mehr notwendiger Konfiguration, finden Administratoren in der Opensource-Monitoring-Lösung „Zabbix“. Die Monitoring-Lösung lässt sich als Live-CD, als Installations-Paket und als Appliance für VMWare, „Hyper-V“, „Azure“ und viele andere Hypervisoren herunterladen. Die Konfiguration von Zabbix ist etwas komplizierter als bei VMTurbo.

Nagios als virtuelle Appliane nutzen

Neben VMTurbo und Zabbix, soll auch „Nagios“ nicht unerwähnt bleiben, wenn es um die Überwachung von virtuellen Infrastrukturen geht. Nagios bietet mehr Funktionen als Zabbix, ist aber auch komplexer in der Einrichtung.

Screenshot von Nagios-Dashboard "Fusion"
Screenshot von Nagios-Dashboard "Fusion" (Bild: Nagios)

Auf der Seite der Entwickler stehen die Installationsdateien zur Verfügung sowie zahlreiche Webcasts und Whitepapers zur Einrichtung. Zusätzlich bieten die Entwickler auch vorkonfigurierte virtuelle Maschinen an, die in VMware eingebunden werden kann. Nach dem Start der virtuellen Maschine steht bereits ein vollwertiges Nagios-System zur Verfügung.

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